Anleitungen zur Zucht folg. Lebendfutterarten:

 

- Enchyträen 

- Grindalwürmchen

- Artemia 

- Mikrowürmchen 

 

Enchyträen (Enchytraeus albidus):


Enchyträen sind wertvolles Lebendfutter, welche unsere Diskusfische sehr gerne und gierig fressen. Es sind kleine weiße ca. 10-30 mm lange Würmer.

Enchyträen sind sehr fett- und eiweißhaltig und sollten nicht zu häufig verfüttert werden, da sie bei zu großen Mengen zu einer Fettleber, Verstopfung und Verdauungsproblemen führen können. Ich fütter meine Diskus einmal die Woche mit Enchyträen.

Die Zucht von Enchyträen ist nicht schwer und auch nicht sehr arbeitsaufwendig!

Der günstigste Standplatz der Zuchtkisten ist in einem dunkeln und kühlen (optimale Temperatur ca. 15 °C) Keller. Man sollte immer min. zwei Zuchtbehälter (besser noch drei oder vier) im Einsatz haben. Falls der Zuchtstamm einer Kiste abstirbt, kann man aus der zweiten Kiste einen neuen Ansatz entnehmen. Zur Zucht verwende ich Styrophorkisten mit den Maßen: 50x30x20 (Länge x Breite x Höhe).

Die Zuchtbehälter sind zu 2/3 mit einem Mix aus ungedüngter Blumenerde, Torfmull und Sand gefüllt und mit einem Deckel abgedeckt (bis auf einen kleinen Luftspalt).


Die Erde sollte immer handfeucht und nicht zu naß sein. Mit einer Sprühflasche sprühe ich regelmäßig etwas Leitungswasser auf die Erde, sobald die oberste Schicht anfängt auszutrocknen.

Jeder Enchyträenzüchter verwendet ein anderes Rezept zur Herstellung des Futterbreis. Ich stelle meinen Futterbrei aus

  • ca. 500 g Haferflocken
  • 6 Becher Naturjoghurt
  • zwei glattgestrichene Eßlöffel Paprika edelsüss 
  • vier Gläser Möhrenbrei (billige Babynahrung)
  • gekochte Kartoffelreste

her.

Die Haferflocken koche ich zuerst in 2/3 Wasser und 1/3 Milch. Nachdem die Haferflocken einmal aufgekocht wurden, lasse ich sie etwas auskühlen, füge alle anderen Zutaten hinzu und mische alles gut durcheinander. Der Futterbrei sollte eine weiche und zähe Konsistenz haben. Der ausgekühlte Brei wird nun in mehrere Gefrierbeutel gefüllt, mit einem Lineal zu einer dünnen Platte glattgestrichen, zugeschweißt und eingefroren. Die Platten sollten nicht zu dick sein, da man sonst Probleme hat, die gewünschte Futtermenge abzubrechen.

Man sollte 2-3 Futterstellen einrichten. Die gefrorenen Breistücke lege ich auf die einzelnen Futterstellen und decke diese mit einer kleinen Glasscheibe ab, damit das Austrocknen verhindert wird. Man sollte häufiger kleine Mengen füttern, damit der Futterbrei nicht verdirbt, ansäuert oder sogar Schimmel ansetzt. Nachgefüttert wird erst wieder, wenn das komplette Futter restlos gefressen wurde.

Die Enchyträen sammeln sich jetzt alle zur Nahrungsaufnahme an den Glasscheiben, so daß man sehr einfach seine Futterration für die Diskus als "reine Ware"entnehmen kann. Bei Bedarf kann man diese in verschiedenen Substanzen (z.B. Medikamente, Vitamine usw.) vor Verfütterung baden. Tip: Sollten sich in einer der Zuchtkisten Milben gebildet haben, kann man 2-3 Kellerasseln einsetzen, da diese die Milben als Nahrung zu sich nehmen und für die Enchyträen ungefährlich sind.

 

Grindalwürmchen (Enchytraeus buchholz):

Grindalwürmchen sind mit der gemeinen Enchyträe verwandt und werden ca. 3 - 6 mm lang. Sie sind ein gutes Lebendfutter für etwas größere Jungfische bis ca. 2 cm.

Da sie einen recht hohen Nährstoffwert haben (Eiweiß, Fett, usw.) sollte man die Grindalwürmchen nur als Zusatzfutter verwernden - keinesfalls die Fische nur mit ihnen füttern, da sie sonst gesundheitliche Schäden davon tragen können (Leberverfettung, Verdauungsprobleme, usw.).

Die Kultur sollte dunkel und bei einer Temperatur von ca. 20-25 °C gehalten werden, da bei zu niedriger Temperatur die Vermehrung eingestellt wird. Auch sollte man mehrere Zuchten anlegen (s. Enchyträenzucht), falls eine Zuchtbox mal abstirbt.

Die Grindalwürmchen können in Styrophorkisten, Plastikdosen oder Gläsern gezüchtet werden. (für ausreichend Luftzufuhr sollte gesorgt sein!).

Ich z.B. halte meinen Zuchtansatz in einer kleinen Styrophorkiste, die unten mit einer ca. 3 cm dicken Schicht Seramis gefüllt ist. Über dieser Schicht Seramis liegt nun ein ca. 4 cm dickes Stück Schaumstoff. Dieser Schaumstoff sollte gereinigt und immer feucht gehalten werden (nicht nass!!!).

Auf diesen Schaumstoff legt man täglich 1-2 Mal das Futter. Man kann Schmelzflocken oder auch kleingemahlene Haferflocken verwenden. Auch ist es ratsam, in einer Zuchtbox 2-3 Futterstellen einzurichten, welche im Gegensatz zu den Enchyträen nicht mit einer Glasscheibe abgedeckt werden. Die Würmchen kann man nun sauber vom Schaumstoff einsammeln, aber man sollte dies zügig tun, da sie sich bei Helligkeit in den Schaumstoff zurückziehen.

 

Artemia  (Salinenkrebschen / Artemia salina)

Artemia sind kleine Salzkrebse, welche in Salzseen leben. Ihre Dauereier werden getrocknet im Zoohandel angeboten und können mit Salzwasser wieder zum Schlupf gebracht werden. Sie sind eines der wichtigsten Lebendfutter in der Aquaristik.

Zum Schlupf verwende ich mehrere 1-Liter Flaschen. Diese werden mit Leitungswasser knapp bis unter den Rand gefüllt. Dann gebe ich 3 Teelöffel Meersalz (kein Jodsalz, da dadurch die Schlupfrate sinkt) hinein, und 1 halben Teelöffel Artemia-Eier. Die Flasche wird nun gut durchgeschüttelt. Zusätzlich wird noch ein Sauerstoffstein hineingehängt, welcher für eine gute Belüftung sorgt.

WICHTIG: Da die Schlupfzeit (24-48 Stunden) der Nauplien temperaturabhänig ist, sollte diese nach Möglichkeit ca. 25°C betragen.

Bevor die Nauplien nun verfüttert werden, wird die Flasche ohne Belüftung nahe einer Lampe gestellt, da sich die Krebschen an der hellsten Stelle sammeln. Nun kann man mit einer Pipette oder einer Spritze die Ansammlung der Nauplien absaugen und in einem feinem Artemia-Sieb mit Wasser abspülen.

Zum Verfüttern der Krebschen an meine Jungfische, verwende ich eine große 100 ml Spritze, welche mit dünnem Luftschlauch verlängert wurde. So kann ich ganz gezielt die Nauplien in den Jungfischschwarm pusten und die kleinen Diskus schwimmen dem Lebendfutter sofort hinterher.

Die gekauften Artemia-Eier sollten kühl und vor allem trocken gelagert werden. Man sollte sie nicht länger als ein Jahr aufbewahren, das sonst die Schlupfrate stark zurückgeht. Schon beim Kauf sollte man darauf achten, wie lange die Eier beim Händler lagen.

 

Mikrowürmchen (Anguillida silusiae)

Mikrowürmchen sind Nematoden aus der Familie der Essigälchen. Im Gegensatz zu den Essigälchen, die im freien Wasser "schweben", sinken die Mikrowürmchen sofort auf den Boden des Aquariums. Sie werden an Jungfische verfüttert, die schon kräftigeres Futter annehmen als Pantoffeltierchen.

Die Zucht ist einfach und ohne großen Zeitaufwand möglich. Man sollte stets 2-3 Kulturen "laufen" haben, da immer mal eine Kultur erschöpft ist oder abstirbt.

Zur Kultivierung verwende ich normale Marmeladen- oder Einmachgläser. In diese wird ein Brei aus Haferflocken, etwas Trockenhefe und Milch hineingegeben (statt Haferflocken kann man auch Brotscheiben nehmen). Der Brei sollte zähflüssig, aber nicht zu fest sein. Der Boden der Gläser sollte ca. 0,5 cm hoch bedeckt sein. Nun läßt man den Brei etwas quellen und gibt dann einen Neuansatz Mikrowürmchen (oder mit einen halben Teelöffel einer laufenden Kultur "impfen") hinein.

Das Zuchtgefäß wird nun lose mit dem Deckel verschlossen (Luftaustausch sollte gewährleistet sein) und bei Zimmertemperatur gehalten.

Bereits nach wenigen Tagen kann man die Würmchen vom Glasrand sauber entnehmen.

 

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